Fotoarchiv 4. Quartal
TVF-Athlet Karl-Heinz Müller beim Hösseringer Marathon am 11.10.2007 in Hösseringen (Lüneburger Heide) am Start

Die 5. Jahreszeit beginnt.
Die Jäcken werden losgelassen.
Halt, nicht nur die Jäcken, nein auch ein paar verrückte Läufer.
Ein paar ist allerdings untertrieben.
Insgesamt sind es ca. 1500.
46 davon wollen sogar einen Marathon laufen.
Ich gehöre dazu.
Doch fangen wir von vorne an. 2 x im Jahre laufe ich einen Marathon. Einen im Frühjahr und einen im November. Im November war es immer der Wuhlheidemarathon in Berlin. So sollte es auch dieses Jahr wieder sein. Rechtzeitig im September wollte ich mich anmelden. Doch oh Schreck – der Wuhlheidemarathon wurde abgesagt. Was blieb mir weiter übrig, als mir einen anderen Lauf auszusuchen. Meine Entscheidung viel auf den 4 – Runden – Marathon in Hösseringen.
Hösseringen, das ist ein kleines Dorf am Rande der Lüneburger Heide, ca. 50 km nördlich von Braunschweig (das kannte ich vorher auch noch nicht). Also im September per Fax angemeldet und gleich noch eine kleine Pension in unmittelbarer Nähe des Start / Zieles gesucht. Tja, leider hat mir mein Faxgerät keine Sendebestätigung ausgedruckt. Meine nachfolgende E – Mail an den Veranstalter blieb auch unbeantwortet. Aber was sollte schon schief gehen, dachte ich mir. Am Samstagvormittag, den 10.11. wollten wir losfahren. Ich schau noch einmal kurz auf die Homepage des Veranstalters. Da gibt es ja eine Teilnehmerliste – und ... ich steh nicht mit drauf. Dafür wird in der Ausschreibung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Nachmeldungen nicht möglich sind. Frust. Also in der Pension anrufen, absagen. Doch da macht mir der Wirt Mut. Ich solle doch einfach noch einmal anrufen. Gesagt – getan. Zum Glück erreiche ich jemand unter der angegebenen Telefonnummer und bekomme grünes Licht. Zentnerschwere Steine purzeln. Rein ins Auto und los geht es. Das Wetter ist durchwachsen. Stürmische Winde, kurzer Sonnenschein und Regen, kühl. Abends Nudelparty. Ich treffe die Leute vom Organisationsbüro. Keine Panik – ich steh doch in der Teilnehmerliste.
Sonntagmorgen – 6:30 Uhr aufstehen. Blick aus dem Fenster – Schnee! 2°C+. Egal, schließlich habe ich mich 10 Wochen gezielt vorbereitet. Gut gefrühstückt und warm angezogen und auf geht es. Zum Start sind es 10 Minuten zu Fuß. In einem gut geheizten Raum ziehen sich ca. 60 Marathonis um.
Die Laufeinweisung erfolgt auch im Warmen. Der Rundkurs ist 10 km lang, wellig und bis auf ca. 3 km asphaltiert bzw. betoniert. Diese 3 km die es nicht sind, haben es aber in sich. Teilweise modderich, mit Pfützen bestanden erfordern sie Konzentration und einen höheren Kraftaufwand.Es gibt zwei Verpflegungsstände auf dem Kurs und das Organisationsteam schafft es tatsächlich uns mit warmen Getränken zu versorgen.
Danke noch einmal an die Damen und Herren, die sich die ganze Zeit bei diesem scheußlichen Wetter die Beine in den Bauch gestanden haben.
Der Lauf. Pünktlich um 9:00 Uhr gestartet. Das übersichtliche Teilnehmerfeld zieht sich schnell auseinander. Es bilden sich kleine Gruppen. Meine Uhr habe ich auf 5:38 pro km eingestellt. Das reicht, um unter 4 Stunden den Marathon zu laufen. Nach zwei km gesellt sich mir ein Läufer vom 100 Marathon – Club hinzu und fortan laufen wir bis km 34 gemeinsam. Das angepeilte Tempo wird gut eingehalten und so spulen wir Kilometer für Kilometer ab.
Das Wetter ist unangenehm. Anfangs tapsen wir noch durch Schneematsch. Der Wind bläst uns zum Glück nur ein kurzes Stück ins Gesicht. Zeitweise nieselt es auch noch, aber das kann uns nicht beeindrucken. Nach km 17 nehme ich das erste Getränk an der Verpflegungsstelle auf und lasse dann keine mehr aus.
Es gibt keine wilden Überholvorgänge, jeder hat sein Platz im Feld gefunden. Die Abschnitte im Wald werden immer unangenehmer.
Bis km 34 laufen wir zu zweit schön gleichmäßig. Dann spüre ich, wie meine Kräfte nachlassen und ich nehme das Tempo etwas heraus. Mein Mitläufer hat noch genug Kraft und so gewinnt er Meter für Meter, was mich aber nicht traurig stimmt. Ich meinerseits überhole auch noch zwei Läufer.
Hinter km 39 geht es noch einmal eine lange Steigung hoch und ich merke, dass der Akku sich langsam leert. Da ich mit meiner Zeit gut im Limit liegen, quäle ich mich nicht und lasse es laufen.
Nach 3:57:30 bin ich im Ziel. Platz 21 von 39 Herren und Platz 1 in der Altersklasse 55. Die Zeit ist in Ordnung, die Platzierung egal.
Am Ziel wartet schon meine Frau. Sie hat ihren allerersten Wettkampf bestritten, eine Walkingrunde über 5,5 km. Anschließend musste erst einmal der Flüssigkeitsverlust mit etlichen Bechern angewärmten (!) Isogetränk gelöscht werden.
Da die Organisation die einzelnen Läufe so gestartet hatte, das der Großteil der Läufer zwishen 12:00 und 13:30 Uhr eintreffen sollte. Entsprechend voll war es.
Die Bundeswehr war auch zugegen und hatte in ein paar Zelten eine mobile Dusche installiert, so das ich sogar noch warm duschen konnte.
Die Siegerehrung haben wir dann nicht abgewartet und sind gleich danach nach Hause gefahren.
Fazit: Ein schöner Lauf. Gut organisiert – wenn man von der Panne beim Anmelden absieht.
Der Kurs ist angenehm, wenn auch nicht bestzeitenfähig. Nur am Wetter müssen die Organisatoren noch arbeiten. Nächstes Jahr bin ich bestimmt nicht dabei. Da habe ich schon etwas Besonderes im Auge.
Aber davon zu gegebener Zeit mehr.
K.- H. Müller
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