Fotoarchiv 1. Quartal
TVF-Athlet Karl-Heinz Müller am Start des 1. Hallenmarathons am 27.01.2007 in Senftenberg (Lausitz)
Senftenberg (khm) Seit nunmehr 7 Jahren werden in der Senftenberger Niederlausitzhalle jährlich diverse Laufveranstaltungen ausgetragen.
Auch in diesem Jahr trafen sich am 27.01.2007 mehr als 180 SportlerInnen und nutzten die Möglichkeit zum Start in der Halle über 1.000m, 3000m, 5000m und 10.000m oder erstmals auch über die Marathondistanz.
Karl-Heinz Müller vom Triathlonverein Fürstenwalde hatte sich wie weitere 25 AthletenInnen für die Marathonstrecke entschieden und sich im Vorfeld gezielt darauf vorbereitet.
Am Ende wurde er mit dem Altersklassensieg und einer Zeit von 03:57:10 Std. belohnt.
Herzlichen Glückwunsch!
Der Hamster im Laufrad – Ein Bericht von Karl-Heinz Müller
Zweimal im Jahr steht bei mir ein Marathon auf dem Programmzettel.
Einer im Frühjahr und am ersten Wochenende im November, der Wuhlheidemarathon.
Ende letzten Jahres habe ich dann im Internet gesehen, dass am 27. Januar in Senftenberg ein Marathon in der Sporthalle auf einer 250 m Tartanbahn angeboten wurde. Der Termin passte gut in meine Urlaubsplanung. Also habe ich mich kurzerhand angemeldet.
Die Startgebühren von 10 € waren günstig und von der Witterung konnte mir auch nichts dazwischenkommen. So meine Gedanken. Hätte ich doch die Ausschreibung genauer gelesen.
Dort stand: *Massage* Vor, während und nach dem Rennen ist eine Massage möglich. Das Laufen in der Halle ist man zumeist nicht gewöhnt. Unser Masseur steht für euch bereit, um bei auftretenden Krämpfen und anderen Problemen zu helfen."
Zum Wettkampftag. Nach Senftenberg ist es nur eine gute Stunde Fahrt mit dem Auto. Trotz des Schneefalls am Tag zuvor, bin ich mit meiner Frau rechtzeitig am Ort des Geschehens eingetroffen. Eigentlich viel zu früh. Der Start soll um 16.00 Uhr sein. Durch die vorangegangenen (sehr interessanten) Laufveranstaltungen verzögerte sich dieser aber um fasst 90 Minuten.
Am Start trafen sich 23 Läufer und 4 Läuferinnen. Einige der Starter kannte ich schon vom Wuhlheidemarathon. Dummerweise meine Altersklasse.
Also war Kampf um die Plätze angesagt.
Das Rennen wurde gestartet und schon schossen einige los wie eine Rakete. Ich versuchte mein Tempo zu finden, was aber beschwerlich war, da ich mich ständig bei den gelaufenen Runden verzählt habe. Vom Gefühl und vom groben abschätzen war ich für meine Verhältnisse jedenfalls flott unterwegs. Die ersten Stunde wurde noch manches Schwätzchen mit den anderen Sportkameraden geführt, doch mit fortschreitender Dauer wurde das immer ruhiger. 10 km waren vorbei, 52 Minuten gelaufen und man kannte jede Unebenheit im Belag.
Nach der Hälfte der Distanz war 1 h 50 Minuten vergangen. Das Tempo machte mir zu schaffen. Einige der Läufer zogen immer noch wie ein Intercity an mir vorbei. Doch langsam merkte man einigen an, dass sie kämpften. Bei km 22 stieg die erste Läuferin aus. Mein "Konkurrent", der mir bis zu diesem Zeitpunkt ein paar Runden abgenommen hatte, wurde immer langsamer und ich holte langsam auf. Das ging so bis km 29, dann war Schluss für ihn. Ich hatte jetzt auch schon zu kämpfen. Mein Tempo ging spürbar herunter und ich fühlte ein leichtes Stechen in der rechten Hüfte, verursacht durch das Kurvenlaufen. Km 30 passierte ich nach 2 h 40 Minuten. Das war nach 140 Runden. Ich schaute jetzt immer häufiger zum Rundenzähler, richtig enttäuscht, wenn er mir nichts zurief. Gottseidank hatte er Mitleid mit mir und gab mir jetzt alle 5 Runden kund, wie der Stand der Dinge war. Nach km 35 stieg der nächste Läufer aus. Ich hatte das Gefühl, als ob jede Runde immer länger wurde. Jeder Muskel war verkrampft. Man starrt 10 m vor sich und denkt nur noch, schnell fertig werden. Etliche der Läufer, die am Anfang wie die Wilden losgejagt sind, liefen jetzt mit meinem Tempo. Nicht wenige mussten den Masseur in Anspruch nehmen. Bei km 37 stieg der nächste aus dem Rennen. Ich war auch schon ziemlich ausgelaugt. Sonst steigt ab diesem Kilometer bei mir schon immer die Vorfreude auf den Zieleinlauf, aber diesmal war ich dazu nicht mehr fähig. Nach 40 km musste noch ein Sportsfreund das Handtuch werfen. Da hatte ich am Anfang des Rennens gedacht, der will alles in Grund und Boden laufen. Auch einen drahtigen Mit-Vierziger, der beim Start von 3 h bis 3 30 h als Laufzeit im Visier hatte, passierte ich noch und war dann nach 3 h 57 Minuten und 169 (!) Runden im Ziel.
So kaputt war ich noch nach keinem Marathon. Ganz offensichtlich hatte ich das Laufen in der Halle unterschätzt. Ursache ist vermutlich der immer gleiche Belag, die Kurven und die Monotonie. Man hat zum Schluss immer das Empfinden, das man nicht vom Fleck kommt.
Ein Lob an die Organisatoren und Helfer des Lauf- und Radsportverein Hohenbocka e.V., die sich sehr viel Mühe gegeben haben.
|