Fuerstenwalde
 Fürstenwalde
  
Vereinslogo
 
Vorstand
Vereinsbeiträge
Trainingszeiten
Sponsoren
Wettkampftermine
Sportlerporträts
Fotogalerie
Anmeldung
Ergebnisse
Mitglied werden
Links
 
 
 


Fotoarchiv 2. Quartal

TVF-Trainingslager vom 06.05. - 13.05.2007 in Harrachov (Tschechien)


Foto: an der Quelle der Neiße in Nová Ves
v.l.n.r.: Uwe Drendel, Danny Rensch (vorn), Karsten Tamm, Nic Rohmann

Als Geheimtipp für Radfahrer/innen kann man mittlerweile bedenkenlos das tschechische Riesengebirge empfehlen. Hier kommen nicht nur Mountainbiker (diese aber ganz besonders) sondern auch die Velo-Spezialisten voll auf ihre Kosten. Speziell das Riesengebirge bietet dazu lange anspruchsvolle Anstiege und rasante Abfahrten mit wunderschönen Aussichten auf die Schneekoppe und andere Berge und Täler.

Die Pensionen sind mehrheitlich auf Radfahrer eingestellt, die Infrastruktur ist gut ausgebaut und so ist es kein Problem schnell zwischen Harrachov und Liberec für eine Schwimmeinheit zu pendeln.

In diesem Jahr haben sich Uwe Drendel, Karsten Tamm vom MSV Tripoint, Danny Rensch mit seinem Schwiegervater Wolfgang und Nic Rohmann für eine Trainingswoche in Harrachov niedergelassen.

Auch wenn das Wetter nicht ganz so optimal war, konnten die TVF-Athleten dennoch mehr als 550 Radkilometer und so manchen Lauf- und Schwimmkilometer zurücklegen.

Ein Bericht von Uwe Drendel:

1. Tag Anfahrt 06.05.07

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren Nic, Danny und sein Schwiegervater (in spe) in Berlin um 06.30 Uhr sowie Karsten und Uwe in Beeskow um 8.15 Uhr jeweils gesondert mit einem PkW los. Auf jeweils verschiedenen Routen in Richtung Harrachov trafen wir uns am Ortseingang gegen ca. 11.15 Uhr. Pünktlich zum Eintreffen in Harrachov beginnt es zu regnen, der vorerst nicht aufhört und uns die nächsten Tage immer wieder auf unseren Touren begleiten sollte.

Nach dem Beziehen der Zimmer unternahmen wir gegen 14.00 Uhr die erste Ausfahrt: Harrachov - Rokytnice - Jablonec nad Nisou - nach ca. 4 km rechts ab nach Vysocke nad Jizerou mit dem ersten Anstieg in Richtung Korenov - Polubny- Jizerka und zurück über Polubny nach Harrachov

Bei strömenden Regen begann die Fahrt und sorgte in kürzester Zeit dafür, dass die Schuhe und Beine triefnass waren. Danny und Uwe war die feuchte Witterung anfangs nicht ganz geheuer und nahmen lieber etwas Fahrt raus. Unsere Hände klebten an der Bremse. Nic nahm das alles ganz locker und zog nach einigen Kilometern erst einmal Ärmlinge, bei voller Fahrt, freihändig, bergab und dabei mindestens 3 Kurven nehmend, aus. Die erste Steigung sondierte unsere Kräfteverhältnisse deutlich Nic und Danny sowie Karsten und Uwe bildeten jeweils ein Pärchen. Nach knapp 3 Stunden waren wir wieder in Harrachov.

Dauer 2:56:00 h
Höhenmeter: 915 m
Strecke: 63 km

Montag, 07.05.07
Nach anfangs sehr schönem Wetter zog sich der Himmel mit Wolken zu. Es war eine sehr bergreiche Tour und wir fuhren mehrere Aussichtsstellen bei Nova Ves mit heftigem Anstieg an und statteten der Burg Frystejn bei Mala Skala einen Besuch ab. Später verschlechterte sich das Wetter bis hin zum Regen, der nach sich der Tour zu einem Landregen verfeinerte. Trotzdem hatten wir sehr viel Spaß und es war unterwegs ganz lustig.

Fahrtstrecke:
Harrachov- Polubny- Cerna Ricka- Desna- Tanvald- Jablonec nad Nisou- Nova Ves-Dolni Cerna Studnice-Pencin-Spicov-Mala Skala-Frydstejn- Rychnov- Kokonin-Jablonec nN- Tanvald-Desna-Korenov- Harrachov

Dauer: 4:15 h
Strecke: 103 km
Höhenmeter 1860 m

Dienstag, 08.05.2007
Nach einem verlängerter Frühstückslauf zum Bäcker, der trotz Feiertag geöffnet hatte, fing es an in Strömen zu regnen, so dass wir es vorzogen, vorerst nicht Rad zu fahren, sondern in Liberec Schwimmen zu gehen

Da Danny noch Radüberschuhe benötigte, wollten wir in Liberec sehen, ob wir etwas bekommen, nichtsahnend, dass bereits Feiertag ist – Damit waren die Versuche erfolglos und zum Scheitern verurteilt. Unser Schwimmtraining begann in der Bazen-Halle in Liberec ab 12.00 Uhr. Wir fühlten uns in Ansehung der Schwimmhalleneinrichtung im Flair der Sozialismuszeiten versetzt, gleichwohl alles sauber und in Ordnung war.

Nach ca. einer halben Stunde kämpferischen Schwimmens hatten wir eine Bahn fast allein für uns. Bis zu 3km in ca. 1:30 Stunden waren in Anbetracht der Trainingsvortage in Ordnung.

Nach unserer Rückkehr nach Harrachov sah das Wetter eigentlich gut aus. Aber nachdem wir angezogen und wasserdicht „verpackt“ waren, goss es derart in Strömen, dass wir es vorzogen zu warten. Gegen 16.00 Uhr klarte es auf und es ging dann los.

Fahrtstrecke:
Harrachov. – Rokytnice – Horni Rokytnice – Vitkovice – Horni Misercki – Jilemnice- Jablonec nad Jizerou – Rokytnice – Harrachov

Zwei riesige Berge waren zu bewältigen. Der Erste in Rokytnice, auf ca. 10 km waren 405 Höhenmeter sowie danach nach Horni Misercki auf 8 km 350 Höhenmeter zu bewältigen. Am Horni Misercki gab es dann ein Missverständnis: Nic wusste nicht genau, wo das Ende der Auffahrt sein sollte und rauschte im „Höhenrausch“ schnell noch weitere 5 km mit insgesamt weiteren 370 Höhenmetern durch und war von den Anderen nicht mehr zu sehen. Danny stürmte als Einziger hinterher, um das Ende der Auffahrt anzusagen, erreichte ihn jedoch nicht vor dem Ende des Gipfels an der Vrbatova-Boude (Habichtsbaude). Karsten und Uwe wollten nicht mehr weiter fahren und warteten vergeblich in Horni Misercki. Bei fast 1000 m Höhe war es bitterkalt geworden, so dass sie nach 10 min wieder losfuhren, ohne zu wissen, wo Nic und Danny „steckten“. Die Finger knallrot gefroren, tauten diese nach ca. 10 km Abfahrt wieder etwas auf. Nach 18 km Abfahrt auf 350 m Höhe war wieder alles temperaturmäßig zu ertragen. Trotzdem hatten Karsten und Uwe ein schlechtes Gewissen, ohne die Anderen abgefahren zu sein. Die Rückfahrt von Jelmenice dauerte im strömenden Regen bis gegen 20.00 Uhr.

Nach dem Eintreffen an der Unterkunft war keine Spur von Nic und Danny, die jedoch kurz nach Karsten und Uwe mit einem tschechischen Privat-Pkw eintrafen:

Die Story der beiden erfuhren wir sofort: Nach vergeblichen Warten an der Habichtsbaude wurde beiden klar, dass der Parkplatz unten in Horni Misercki das eigentliche Ziel der Auffahrt war. Nic fuhr beim Runterfahren vor. Denny konnte später nur noch vor Kälte schlotternd mit dem Rad in der Hand nach Horni Misercki runter laufen. Dort entschloss sich Nic jemanden mit einem PKW anzusprechen, der sie dann von dort oben gegen ca. 19.00 Uhr nach Harrachov zurückfuhren (ca. 46 km).

So konnten wir uns alle die von Wolfgang gekochten Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl schmecken lassen und hatten uns noch so manches von diesem Abenteuer zu erzählen.

Anschließend nahmen wir eine wohlverdiente Sauna und rundeten so den ereignisreichen Tag gut ab.

Dauer 3:29:00 h
Strecke 82,2 km
Höhenmeter 1185 m

Mittwoch, 09.05.07
Bei bewölktem bis sonnigem Wetter, abgelöst von wenigen Schauern und 19 °C nahmen wir den nächsten Tag in Angriff. Zuvor wurde der bereits obligatorische Frühstückslauf zum Bäcker genossen.

Fahrtstrecke:
Harrachov- Korenov – Vysoke n.N. – Semily - an Benesov vorbei am Fluss Jizera (Iser) nach Horny Sitova – Jilemnice – Richtung Horni Misercki - Vitkovice –Rokytnice – Polubny – Jizerka – Smedava – Sous – Polubny – Harrachov

Die Abfahrt von Korenov in Richtung Vysoke war sehr schön und schnell. Die flache Fahrt an der Iser war sehr schön und angenehm, gleichwohl auf solchen Abschnitten das Tempo durch unseren „Schrittmacher“ Nic forciert wurde. Der Aufstieg über Rokytnice war sehr steil und forderte uns ganz schön. Nach Rückkehr zum Abzweig in Richtung Harachov verlässt uns Nic und wir fahren eine weitere Runde über Polubny, Jizerka zum Stausee nach Sous. Diese war sehr windig und die regennasse Strasse nach Sous ließ Danny und Uwe wieder einige Furchtschauer über den Rücken jagen.

Strecke: 126 km
Höhenmeter 1.800 m
Gesamtzeit: 5:25 h

Donnerstag, 10.05.07
Der ersehnte Ruhetag war gekommen. Es war schon komisch, das an diesem Tage nicht gefahren wurde, sondern Sightseeing angesagt war. Nochmals fuhren wir in Richtung Mala Skala und zur Burg Frydstejn, um Wolfgang diese Sehenswürdigkeit zu zeigen. Die imposante alte Burgruine mitten in den Felsen gehauenen „Kasematten“ (?) ist sehr beeindruckend. Der Aussichtsturm war nur über einen schmalen Treppensteig zu erreichen, der nichts für Höhenkranke ist – Uwe schaute beim Auf- bzw. Abstieg am liebsten gar nicht runter oder hoch. Karsten zog es vor, festen Boden unter den Füssen zu behalten. Alle anderen genossen die Aussicht und die Erzählungen von Nic.

Ansonsten versuchten wir an diesem Tage noch krampfhaft Bremsbeläge für die Räder zu bekommen, da diese in den letzten Tagen sehr gelitten hatten. Offenbar sind Rennräder in Tschechien nur sehr selten von Freizeitsportlern im Gebrauch, meist nur MTB`s. Insofern konnten wir keinen einzigen Laden finden, der ein Rennrad im Sortiment gehabt hätte, geschweige denn Ersatzteile für diese geführt hätten. Nur Uwe konnte sich ein paar Beläge sichern.

Ansonsten sind wir noch ins Schwimmbad von Liberec gegangen und haben mehr regenerativ geschwommen, die vorherigen Tage hatten bereits ihre Wirkung nicht verfehlt.

Freitag, 11.05.07
Dieser Tag sollte die Königsetappe werden, was sie dann auch so wurde, mit für diese Woche tollem Wetter, zwar bewölkt aber auch sehr warm. Die Fahrtrichtung nach dem Jeschken, der höchsten, mit dem Fahrrad erreichbaren Erhebung bei Liberec, ausgerichtet. Unterwegs bei Nova Ves besuchten wir die Neisse-Quelle. Nach 56 km hatten wir das erste Tagesziel erreicht, wenn auch mit einigen Irrungen/Wirrungen bei der Wahl der Fahrtstrasse. War es nun die Landstraße E 65 oder war es gar eine Autobahn(?) auf der wir kurze Zeit fuhren? Wir wollten das vor Ort nicht weiter aufklären, sondern waren heilfroh, die Strasse ohne Polizeibesuch oder –Eskorte verlassen zu haben.

Je näher wir dem Jeschken kamen, umso stürmischer wurde der Wind. Knapp unterhalb des Aussichtsturmes hörte man nur noch das laute Pfeifen des Windes um die Turmspitze. So hatten wir neben der nicht unerheblichen Steigung noch mit orkanartigen Winden zu kämpfen, die einem manchmal das Gefühl gaben, vom Winde von der Bergstrasse gefegt zu werden. Oben angekommen war es ratsam, sein Rad gut fest zu halten, um den „Heimflug“ des Rades zu verhindern. Im Cafe wurde dann Eis in den verschiedensten Varianten verputzt, nach dem man bereits im quälenden Anstieg gelechzt hatte. Die Abfahrt wurde zunächst sehr vorsichtig gestaltet, da die Winde einen stark in dem Sicherheitsgefühl tangierten, es sei denn man hieß Nic oder Karsten, die offenbar jede Abfahrt bei jedem Wetter ohne irgendwelche Ängste genießen können. Die Rückfahrt erfolgte dann um den Jeschken herum in Richtung Frydlandt über Raspenava, Hejnice über den Anstieg übers Isergebirge nach Smedava , um dann durch ein Naturschutzgebiet (ohne öffentlichen Autoverkehr) über Jizerka nach Harrachov zu fahren .

Dauer 6:10:00 h
Strecke 142,7 km
Höhenmeter 2590 m

Fahrtstrecke:
Harrachov – Korenov – Desna – Zmrsovka- Nova Ves – Richtung Jested (Jeschken) – Mnisek – Albrechtice – Frydlandt – Hejnice- Jizerka – Polubny – Harrachov

Samstag, 12.05.2007
Am Samstag fuhren dann Wolfgang, Danny und Nic bereits nach dem Frühstück nach Hause, um das Wochenende in Familie zu verbringen. Uwe und Karsten wollten es eigentlich noch mal richtig krachen lassen, doch daraus wurde nach den vielen Tagen der Anstrengung auch nichts mehr. Zwar wurde noch mal eine ordentliche Einheit abgespult, aber irgendwie war die Spannung oder auch die Kraft (?) raus. Das Wetter zeigte sich auch an diesem letzten Tage von seiner launischsten Seite. Anfangs bei strahlendem Sonnenschein „steigerten“ sich die Wetterunbilden bis zu Gewitterplatzgüssen mit Hageleinlagen, so dass zumindest einmal fluchtartig das nächstgelegene Buswartehäuschen aufgesucht wurde.

Fahrtstrecke:
Harrachov – Korenov – Ysoke n.j. –Jesseny – Bozkov- Horska Kamenice – Zelezny Brod – Jirkov – Jilove – Navarov Zlata Olesnice – Jablonec n.N. – Rokytnice - Harrachov

Dauer 03:52 h
Strecke 77,6 km
Höhenmeter 1425 m

So haben wir also insgesamt 595 km in 6 Tagen bei insgesamt 9.775 Höhenmetern bewältigt.

Insoweit verbleibt ein guter Eindruck, etwas getan zu haben für die nächsten Rennen und für den Saisonverlauf 2007.



oben auf 873 m üNN - auf dem Verna Studnice - die erste kleine Herausforderung des Tages


Kurze Pause in Hejnice bevor es dann auf ca. 1000 Höhenmeter hinauf nach Smédava in den Nationalpark von Jizerka geht.

nach oben

  zurück