Fotoarchiv 1. Quartal
TVF-Athlet Helke Wannewitz für Sportlerwahl 2007 nominiert

Auf zum Training: Fast jede freie Minute nutzt Helke Wannewitz dafür - nicht nur zum Radfahren, sondern auch zum Laufen, Schwimmen und Rollski-Fahren.
Medaillen sind ihm unwichtig
Von Henriette Brendler
Braunsdorf/Fürstenwalde Anlässlich der Umfrage zu den populärsten Sportlern des Kreises Oder-Spree durch die Sparkasse, den Kreissportbund und die Märkische Oderzeitung für das Jahr 2007 werden die 36 Kandidaten in loser Folge vorgestellt. Heute: Triathlet Helke Wannewitz vom TV Fürstenwalde.
Seit mehr als 20 Jahren ist Helke Wannewitz in jeder freien Minute in Bewegung. Derzeit läuft der 60-Jährige etwa 40 Kilometer pro Woche, legt die gleiche Strecke noch einmal mit dem Fahrrad zurück, fährt 80 Kilometer Rollski und dreht regelmäßig in der Schwimmhalle seine Runden. 2007 wurde der gebürtige Sachse für sein hartes Training belohnt. Er holte in seiner Altersklasse die Landesmeister-Titel auf der Kurz-, Mittel- und Langdistanz im Triathlon.
So erfolgreich war Helke Wannewitz allerdings nicht immer. Zwar stammt der Triathlet aus einer sportlichen Familie - seine Mutter war Turn-Trainerin in Karl-Marx-Stadt und der Vater Dozent an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig - er selbst hat es als Kind aber in keiner Sportart zu Spitzenleistungen gebracht. "Ich war immer das schwächste Glied in der Kette", erinnert er sich. Nachdem er weder im Turnen noch im Turmspringen Erfolge verbuchen konnte, habe er nach der achten Klasse die Kinder- und Jugend-Sportschule verlassen.
Erst in der Armeezeit entdeckte der Wahl-Braunsdorfer den Ausdauersport für sich. "Ich habe gemerkt, dass ich ein Allrounder bin", so Wannewitz. Vor allem für Marathonläufe, aber auch für Wintersport, Reiten und Radfahren habe er sich begeistern können. "Triathlon war in der DDR nicht so populär. Durch einen Arbeitskollegen bin ich nach der Wende auf die Idee gekommen, mich auf diese Sportart zu spezialisieren", erzählt Helke Wannewitz.
Seit 2002 ist der Ausdauersportler nun Mitglied im Triathlon-Verein Fürstenwalde. Seine Frau ist ebenfalls dort anzutreffen: Sie ist Schatzmeisterin des Vereins und auch selbst sportlich aktiv. "Ich laufe aber nur Halbmarathon und trainiere zweimal in der Woche", sagt Gudrun Wannewitz.
Meist läuft sie dann ohne ihren Mann, weil der zum einen ein viel höheres Tempo als seine Frau anschlägt und zum anderen durch seine Arbeit als Vertriebsmanager oft in ganz Deutschland unterwegs ist. "Das ist eben die Kehrseite von dieser Sportart. Ich bin häufig allein zu Hause, weil mein Mann in seiner Freizeit so viel trainiert", gibt die 59-Jährige zu.
Wenn er jedoch in Braunsdorf ist, werkeln die beiden nicht nur gemeinsam im Garten, sie haben auch ein tägliches Ritual: Ob bei Eis, Regen oder Sonnenschein - jeden Morgen vor dem Frühstück nimmt das Ehepaar ein kurzes Bad im Oder-Spree-Kanal. Im Sommer absolviert der Triathlet auch seine Schwimmeinheiten auf diese Weise. "Schwimmen war meine schwächste Disziplin. Aber ich habe mich durch viel Training stark verbessert", ergänzt er.
Dass er die Wettkämpfe des Jahres dennoch so erfolgreich bewältigt hat, führt der Braunsdorfer auf zwei seiner Eigenschaften zurück: eisernen Willen und Disziplin. "Außerdem mache ich seit über zehn Jahren jeden Morgen eine halbe Stunde Krafttraining. Das hat sicher auch zu meinem Erfolg beigetragen", mutmaßt Wannewitz.
Ansonsten bedeuten ihm Medaillen und Titel wenig. "Ich mache den Sport, weil es mir Spaß macht, mich in der Natur zu bewegen. Für mich ist der Weg das Ziel", bekräftigt der 60-Jährige. Dass er die Landesmeistertitel auf allen drei Strecken geholt habe, freue ihn trotzdem. Zumal es Zufall gewesen sei, dass er 2007 Zeit hatte, an allen Rennen teilzunehmen. Von den Wettkämpfen des vergangenen Jahres sei ihm dabei vor allem der Mitteldistanz-Wettkampf, der "Spreewald-Mann", in Erinnerung geblieben: "Das war mein härtester Brocken. Erst auf den letzten zehn Lauf-Kilometern habe ich den für mich entscheiden können", sagt Helke Wannewitz.
Jetzt hat der Sportler vom TV Fürstenwalde schon die nächsten Wettkämpfe im Blick: den Oberstaufen-Triathlon im Allgäu und den traditionellen Wasa-Lauf. Besonders letzterer dürfte den Geschmack des Ausdauersportlers treffen: Dort müssen die Athleten nämlich mit Langlaufskiern 90 Kilometer durch den mittelschwedischen Wald zurücklegen.
Samstag, 12. Januar 2008 (08:14)
(Quelle: Märkische Oderzeitung)
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