Fotoarchiv 1. Quartal
TVF-Athletin Lore Böhme für Sportlerwahl 2007 nominiert

Erst mit 50 angefangen
Von Michael Nowak
Storkow/Fürstennwalde Anlässlich der Umfrage zu den populärsten Sportlern des Kreises Oder-Spree durch die Sparkasse, den Kreissportbund und die Märkische Oderzeitung für das Jahr 2007 werden die 36 Kandidaten in loser Folge vorgestellt. Heute: Die Ausdauersportlerin Lore Böhme.
Nein, eigentlich gehe es ihr weniger um sportliche Erfolge. Lore Böhme schwimmt, läuft und fährt Rad, weil es ihr Spaß macht. "Dabei kann ich einfach die Seele baumeln lassen", sagt die Storkowerin. Und noch lieber ist sie beim so genannten Quadrathlon zusätzlich mit dem Kajak unterwegs. "Wasser hat es mir angetan", sagt die Rettungsschwimmern.
Gute Platzierungen stellen sich bei ihr von ganz allein ein. In diesem Jahr holte sich die 63-Jährige in ihrer Altersklasse den Europameistertitel im Quadrathlon und den Vize-Weltmeistertitel im Triathlon - jeweils über die Sprintdistanz. Hinter der Bezeichnung Sprint steht übrigens ein Wettkampf mit nicht weniger als 800 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen. Beim Quadrathlon kommen noch einmal vier Kilometer im Kajak hinzu.
Erst im Alter von 50 Jahren hat die gertenschlanke Frau mit den kurzen weißen Haaren den Ausdauersport für sich entdeckt. Sportlich war die ehemalige Sport- und Geografielehrerin zwar schon wegen ihres Berufs, "aber speziell habe ich gar nichts gemacht", sagt sie.
Als Lore Böhme 1994 dem Triathlonverein Fürstenwalde beitrat, änderte sich das. Wenn es passte, nahm sie jetzt an Wettkämpfen teil. Auch an richtig großen. So startete Lore Böhme zum Beispiel bei Schwimmweltmeisterschaften in Neuseeland und Italien. Oder sie machte bei der Quadrathlon-WM in Tschechien mit. Höhepunkt des Jahres 2007 war aber die Triathlon-WM in Hamburg. "Direkt im Zentrum der Stadt - das war toll", sagt Lore Böhme. Tausende Zuschauer standen an der Strecke. In 15:24 Minuten schaffte sie zunächst die Schwimmstrecke - ihre Schokoladendisziplin. "Nach dem Schwimmen bin ich deshalb meistens die Gejagte", so Lore Böhme.
Auch mit den anschließenden 48:22 Minuten beim Radfahren und den 29:10 Minuten beim Laufen war sie zufrieden. Das reichte für den 2. Platz in der Altersklasse 60-64 Jahre. Souveräne Siegerin war die Britin Georgina Gardiner.
Auf die Wettkämpfe bereitet sich Lore Böhme nicht gezielt vor. "Ich trainiere immer, wenn ich Zeit habe", sagt sie. Meist ist sie dazu am Strandbad Storkow zu finden. Wenn sie dann bei einem Rennen startet, nimmt sie keinen Pulsmesser oder Fahrradcomputer mit: "Ich horche stattdessen in mich hinein und prüfe, ob es mir gut geht."
Ob Weltmeisterschaft oder Müggelsee-Schwimmen - wichtig ist der gebürtigen Thüringerin vor allem, dass das Umfeld stimmt. Sie sei ein Familienmensch. "Das Schönste ist, wenn die ganze Sippe zusammen zum Wettkampf fährt", sagt sie. So wie dieses Jahr im Juni beim Norddeutschen Küstenquadrathlon in der Nähe von Greifswald. Lore Böhme reiste mit Kindern und Enkeln gleich für ein ganzes Wochenende an.
Auch in den nächsten Jahren will Lore Böhme dem Triathlon treu bleiben. "Ich will auch noch schwimmen, wenn ich 90 Jahre bin", sagt Lore Böhme. Weil es Spaß macht und gut tut. Die Erfolge, die stellen sich bei ihr ja doch von ganz allein ein.
Dienstag, 01. Januar 2008 (18:22)
(Quelle: Märkische Oderzeitung)
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