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Fotoarchiv 1. Quartal

Sportlerwahl 2008: Duathlon-Europameister Rolf Oppermann



71 Jahre – topfit wie mit 17

Von Michael Nowak
Berkenbrück/Fürstenwalde

Anlässlich der Umfrage zu den populärsten Sportlern des Kreises Oder-Spree durch Sparkasse, den Sportbund und MOZ für das Jahr 2008 stellen wir die Kandidaten vor: Heute der Europameister im Duathlon, Rolf Oppermann.

Das Laufen gehört für Rolf Oppermann immer zum Leben. Eigentlich seitdem er ein Junge war. „So mit elf, zwölf Jahren habe ich festgestellt: Ich bin schneller als andere“, sagt er. Heute zählt Rolf Oppermann 71 Lenze und ist immer noch mit mehr Tempo unterwegs als die meisten anderen. Mittlerweile auch auf dem Fahrrad: Bei den Europameisterschaften im niederländischen Horst aan de Maas gewann er im April den Titel seiner Altersklasse im Duathlon, einer Kombination aus Laufen und Radfahren. Im August kam dann in Belgien der zweite Platz bei der Weltmeisterschaft hinzu.

Die Erfolgsliste des Berkenbrückers umfasst viele weitere Titel. Vielleicht wäre der Name Rolf Oppermann heute noch bekannter, hätte er sich nicht nach dem Abitur geweigert, eine NVA-Offizierslaufbahn anzutreten. „Damit war mein Traum, Sport zu studieren, geplatzt“, sagt er heute. Oppermann machte eine Maurerlehre. Das Laufen aber blieb das wichtigste Hobby. Auch, als er Ende der 50er Jahre doch noch Bauwesen in Dresden studieren durfte. An der Uni wurde Oppermann ins Laufteam aufgenommen. „1962 sind wir DDR-Mannschaftsmeister geworden“, sagt er. Zurück in der Heimat blieb er seinem Sport treu. „Das Training ist Schinderei, aber das Gefühl von Ausgeglichenheit – sozusagen der, Eisbecher' danach – das ist das Erstrebenswerte“.

In der DDR war Rolf Oppermann in der Laufszene bekannt, er sammelte Titel und Erfolge. Nur ins Ausland wollten ihn die Funktionäre nicht lassen. Als er 1977 zu Wettkämpfen nach Schweden und Belgien eingeladen wurde und um Reiseerlaubnis bat, erhielt er für ein Jahr Startverbot. Für ihn eines der frustrierendsten Erlebnisse seines Lebens. Aber später nahm er an bis zu 50 Wettkämpfen im Jahr teil.

Erst in den 1990er Jahren ließ er es ruhiger angehen. „Irgendwann 1995 stand ein alter Bekannter auf meiner Terrasse“, so Oppermann. Jens Bartusch vom TV Fürstenwalde war es – und er überzeugt Oppermann, zum Laufen zurückzukommen. Nicht nur das, auch aufs Rennrad setzte Oppermann sich jetzt. Nach kurzer Vorbereitung startete er bei den Deutschen Meisterschaften im Duathlon in seiner Altersklasse – und holte den Titel.

Beim Duathlon gehen die Teilnehmer erst auf die Laufstrecke (10 bis 18 Kilometer), danach wechseln sie aufs Rad (40 bis 120 Kilometer) und schließlich laufen sie noch einmal (5 bis 10 Kilometer). Diese Disziplin sollte in den vergangenen Jahren Rolf Oppermanns Passion werden: Längst ist er Mitglied im deutschen Senioren-Auswahlkader. In der Vorbereitungszeit auf Wettkämpfe läuft er täglich bis zu 20 Kilometer und fährt noch mal 100 Kilometer Rad.

Zu Veranstaltungen – jetzt auch international – ist er oft mit Nic Rohmann, dem Vereins-Chef des TV Fürstenwalde, unterwegs. Bei den vergangenen Europameisterschaften waren sie gemeinsam. Oppermann: „Die Strecke in den Niederlanden hat mir gelegen. Sie war flach. Das ist beim Radfahren günstig für mich.“ Denn im Sattel ist er verglichen mit den Konkurrenten deutlich schwächer als auf der Laufstrecke. Unter mehr als 20 Startern in der Altersklasse 70 bis 74 Jahre ließ Oppermann jedoch nichts anbrennen. „Ich war schon während des Wettkampfs sicher, dass ich gewinne. Ich hab mich gefreut wie früher, als ich 13 war.“ Schon eine Woche später startet er beim nächsten Wettkampf, belegte Rang zwei bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart und wurde anschließend Landesmeister. Bei den Weltmeisterschaften in Belgien musste er seinem Dauer-Kontrahenten Theo Herberger vom RTV Rülzheim den Vortritt lassen.

Bei bester Fitness (Oppermann: „Ein Arzt hat mir gesagt, ich habe Werte wie ein 17-Jähriger“) will er auch in diesem Jahr wieder international starten. „Bestimmte Platzierungen nehme ich mir aber nicht vor“, sagt er. Die Nominierung bei der Sportlerwahl freut nicht nur ihn, sondern auch viele andere Berkenbrücker. „Wir haben deshalb überlegt, was wir machen können, um ihn zu unterstützen“, sagt Bürgermeister Joachim Köhn. Dann verteilte der Bürgermeister Flyer, auf denen für die Wahl des Lauf-Asses geworben wird. Für Rolf Oppermann ein Erfolg etwas anderer Art. Aber einer, der sich in eine lange Reihe einfügt.

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