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Fotoarchiv 3. Quartal

Rolf Oppermann - Forsch, ernergiegeladen und hilfsbereit
geb. am 27.03.1937 - verstorben am 15.07.2009


Er lief und fuhr Rad wie kaum ein Zweiter: Rolf Oppermann vom TV Fürstenwalde war Europameister und Vize-Weltmeister im Duathlon. Am Mittwoch ist er verstorben.

Von Uwe Wuttke
Berkenbrück (MOZ) "Laufen war sein Leben" - oft hat man diesen Satz gehört, wenn die Rede von Rolf Oppermann war. Noch mit mehr als 70 Jahren betrieb der Ausdauerathlet vom Triathlonverein Fürstenwalde seine Wettkämpfe mit Ehrgeiz und Akribie. Nun ist das Unfassbare geschehen: Rolf Oppermann ist am Mittwoch im Alter von 72 Jahren an Herzversagen gestorben. Ein großer Verlust, nicht nur für seine Ehefrau, die er hingebungsvoll gepflegt hatte, sondern auch für den Ausdauersport der Region.

Dabei hatte Oppermann, der in Berkenbrück lebte, immer eine enorme Vitalität ausgestrahlt. Etwa wenn er, zur Sportlerwahl des Jahres von Sparkasse, Kreissportbund und MOZ nominiert, quietschvergnügt in der Sportredaktion auftauchte und seine Stimmzettel abgab. Immer in Sportklamotten, weil er gerade - egal bei welcher Witterung - eine endlos lange Strecke gelaufen oder mit dem Fahrrad gefahren war. Mehrfach nominiert hat, er diese Ehrung im Übrigen zweimal gewonnen (1997,1998).

Wer ihn so erlebt hat, der kann nicht glauben, dass der drahtige Freund von Eisbein und Milchreis nicht mehr in der Sportlergemeinde auftauchen wird. Zumal Oppermann noch 2008 mit einem Augenzwinkern erzählte, dass ein Arzt ihm Werte eines 17-Jährigen attestiert habe." Kein Wunder, dass auch für Nic Rohmann der Tod von Oppermann unfassbar ist. "Er ist bis zuletzt gelaufen und wir hatten sogar schon eine Wettkampfplanung für 2010 aufgestellt", sagt der schockierte Vorsitzende der TV Fürstenwalde. Kennengelernt hatten sich beide in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Gemeinsam waren sie in den zurückliegenden Jahren bei zahlreichen Läufen und vor allem Duathlon-Veranstaltungen gestartet. Rohmann: "Durch diese gemeinsamen Wettkämpfe ist eine echte Freundschaft entstanden."

Und erfolgreiche Wettkämpfe hat Oppermann, der sich auf alle Starts bestens vorbereitete, jede Menge bestritten. Seit 1948 sammelte er bei DDR-Meisterschaften im Crosslauf, 25 km Straßenlauf und 10 000 m-Bahnlauf sowie im Marathon 20 Goldmedaillen. Seine Bestleistung über die 42,195 km von 2:26,42 Stunden, gelaufen 1975, war Rekord für den ehemaligen Bezirk Frankfurt (Oder) und hat noch heute Bestand. Nur Jürgen Holzäpfel, heute u.a. Organisator des Neuzeller Run &Bike oder des Schlaubetal-Marathon, egalisierte diese Zeit im Jahr 1991.

In der DDR-Laufszene war Oppermann also bekannt. Nur ins Ausland wollten ihn die Funktionäre nicht lassen. Als er 1977 zu Wettkämpfen nach Schweden und Belgien eingeladen wurde und um Reiseerlaubnis bat, erhielt er für ein Jahr Startverbot. Für ihn eines der frustrierendsten Erlebnisse. Doch er lief weiter - bis zu 50 Wettkämpfe im Jahr. Erst nach der Wende ließ Oppermann es ruhiger angehen. Bis 1996 ein alter Bekannter, Jens Bartusch, ihn zum TV Fürstenwalde lotste. Hier begann der Rentner seine neue Leidenschaft - den Duathlon (Laufen und Radfahren). Und wieder stellten sich schnell die Erfolge ein - national wie international. Die größten waren Welt- und Europameistertitel in seiner Altersklasse sowie vier Deutsche Meisterschaften. Wie Oppermanns Name fortan in den Siegerlisten fehlen wird, gilt dies genauso für seine energiegeladene, forsche und hilfsbereite Art.

Freitag, 17. Juli 2009 (21:30)


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