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Fotoarchiv 1. Quartal
Sportlerwahl 2009: TVF-Helke Wannewitz

SPORTLEWAHL: Triathlet Helke Wannewitz vom TV Fürstenwalde
Jetzt lockt Hawaii
Anlässlich der Umfrage zu den populärsten Sportlern des Kreises Oder-Spree für das Jahr 2009 stellt die Märkische Oderzeitung in loser Folge alle Kandidaten vor. Heute: Helke Wannewitz vom Triathlonverein Fürstenwalde.
Von Michel Nowak
Braunsdorf: Wenn Helke Wannewitz nach Hause kommt, dann ist er meist ganz schnell wieder unterwegs. Zu Fuß, mit dem Rad oder im Wasser - der 63-Jährige ist praktisch ständig in Bewegung. Mehr als 4.300 Kilometer, so hat der hauptberufliche Verkaufs- leiter ausgerechnet, hat er im vergangenen Jahr mit dem Fahrrad zurückgelegt. Knapp 1.700 km ist er gerannt und gut 100 km geschwommen. Nicht mitgerechnet das halbstündige Fitnesstraining am Morgen.
"Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig", sagt der Braunsdorfer. Der Beweis ist eine große goldene Medaille: die für den Weltmeistertitel im Duathlon seiner Altersklasse über die Langdistanz.
Zum Ausdauersport ist Helke Wannewitz dabei eigentlich recht spät gekommen. Im Alter von 30 Jahren nahmen ihn Freunde zum damaligen Friedenslauf mit, dem Vorläufer des heutigen Berliner Halbmarathons. Der Neuling fand Gefallen und blieb dabei. "Schnellkraft war nie mein Ding. Dieses Gefühl aber, nach einem Lauf erschöpft und glücklich ins Ziel zu kommen, hat mir gleich gefallen."
Anfang der 1990er Jahre lief er seinen ersten Marathon, im Winter zieht er längst zusätzlich in der Skilanglauf-Loipe seine Bahnen. Seit dieser Zeit trainiert Wannewitz beständig. "Ich hatte eine Grundlagenausdauer entwickelt, die ich nicht mehr preisgeben wollte."
Über einen Arbeitskollegen entdeckte er wenig später den Triathlon. Radfahren liege ihm hervorragend, nur das Schwimmen, sagt er selbst, sei nicht so sein Ding.
In den folgenden Jahren belegte der zweifache Vater immer wieder vordere Platzierungen, war unter anderem 2008 Dritter bei den Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz. Im gleichen Jahr trat der Fürstenwalder TVF-Athlet auch das erste Mal bei den Duathlon-Weltmeisterschaften an. Und erreichte in der Altersklasse der über 60-Jährigen völlig überraschend auf den zweiten Platz.
So konzentrierte er sich zuletzt auf die Wettbewerbe im Ausdauer-Zweikampf, bestehend aus den Teil-Disziplinen Laufen, Radfahren und nochmals Laufen. Bei der Europameisterschaft in Holland gewann Helke Wannewitz Silber, bei den deutschen Meisterschaften in Falkenstein im Vogtland Silber. Dazwischen lag noch der Allgäu-Triathlon im bayrischen Immenstadt: "Ich glaube, das war der härteste, den ich je gemacht habe."
Saisonhöhepunkt war aber zweifellos die Duathlon-WM im September in der Schweiz. Und da lieferte der Vorjahres-Vize sein Meisterstück ab. Zehn Kilometer war er zunächst zu Fuß im Gebirgsterrain unterwegs, es folgten 150 Kilometer auf dem Rad. Bergauf und bergab, wie es sich für die Alpen gehört. Schließlich galt es auf der Schlussetappe noch einmal 30 Kilometer zu rennen. In Führung liegend, "kamen beim Bergablaufen die ersten Krämpfe. Aber Gott sei Dank ging es vielen im Feld so", erinnert sich Helke Wannewitz. Er biss sich förmlich durch und überquerte nach 8 Stunden, 53 Minuten und 27 Sekunden als Schnellster seiner Altersklasse die Ziellinie. "Das war der längste und wichtigste Wettkampf meines Lebens", resümiert der Weltmeister.
Auf eines legt er aber Wert: Die Medaillen seien für ihn nur schmückendes Beiwerk. "In erster Linie geht es mir um die Bewegung, um den Spaß am Sport." Auch gemeinsam mit den Leuten im Verein. Ehefrau Gudrun, die selbst auch schon mal einen Halbmarathon läuft, kümmert sich übrigens um die Finanzen des TV Fürstenwalde.
Für das neue Jahr gibt es bereits wieder einen vollen Wettkampf-Kalender. Auf die Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft wird Wannewitz aber verzichten. Denn er hat ein neues Ziel: Im August will er beim Triathlon über die Langdistanz in Regensburg starten. Der Sieger erhält ein Ticket für den berühmten Iron Man auf Hawaii. "Wenn es klappt, würde ich dort teilnehmen", sagt der Braunsdorfer.
Gut möglich, dass er auch das schafft. Denn Helke Wannewitz ist fraglos nicht nur ein Ausdauersportler. Vor allem ist er ein Ausnahmesportler.
Freitag, 05. Februar 2010 (08:00)
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