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09. Jul
2015

Jörg Dieckmann finisht den Thüringer Ultra Lauf

von Jörg Dieckmann

Was für ein Lauf! 36 Jahre nach meinem letzten 100er war ich wieder unterwegs. Eine Menge Leben dazwischen. Mitte März war mir klar, dass meine Schwimmkünste, die eh schon bescheiden sind, durch die PVL-Infektion 2014 nicht für eine Langdistanz ausreichen würden.

Also, was kickt gut? Mein Freund Thomas „Kip“ Müller erwähnt den Mauerweglauf und als Testlauf den Thüringer Ultra. Die 2200 HM habe ich großzügig ignoriert, schließlich bin ich im Himalaja Rad gefahren. Und wir haben schließlich die Rauener Berge.

Lauffeuer Fröttstätt ist ein kleiner Verein, der mit Hilfe des Dorfes und den Bewohnern der umliegenden Ortschaften mit viel Liebe dieses Fest ausrichtet. Start um 4 Uhr. 3 Minuten vorher hing noch eine vergessene Startnummer am Männerklo.

In angenehmer Nachtfrische ging‘s Richtung Thüringer Wald, kam näher, wurde höher und dann war ich mittendrin. Das Feld zog sich schnell auseinander und so hatte ich immer die Wahl zwischen Unterhaltung oder alleine laufen. Aber es gibt ja immer interessante Charaktere. Die körpereigenen Opiate senken den Angstpegel und steigern Redebereitschaft und Offenheit.

So traf ich auch gleich einen Exdrogi und wir hatten ein prima Thema. Bei km 60 bin ich 10 km einem Pferdeschwanz hinterhergelaufen um ihn/sie einzuholen.

Ansonsten hatte ich über weite Strecken einen völlig leeren Geist. Für mich Sinn und Zweck von Ultraläufen. Meditation in Bewegung. Schritt für Schritt. Kein Zauber bringt mich ins Ziel. Darin liegt Schönheit und Wahrheit. Lange Strecken reduzieren mich völlig auf das Jetzt. Um mich herum die anderen Läufer. Alle irgendwann mit der gleichen Sehnsucht, ins Ziel zu kommen und nicht mehr laufen zu müssen. 

Mein 1. Tiefpunkt bei km 75. Am Verpflegungspunkt habe ich mich 10 Minuten ausgeruht, bin dann gegangen und habe um Kraft gebeten. Es ging dann noch mal bis km 88.

Meine Beine und Muskeln baten mich, doch bitte nur noch zu gehen. Mein Ego kämpfte wie immer eine Weile, gab dann aber auf … wie immer. Bei km 99,6 durfte ich dann noch ins Ziel laufen.

Für nur 3 Monate Vorbereitung finde ich die 14:44 Std. recht angemessen und ich bin dankbar, diesen Lauf beendet zu haben.

Es war doch recht warm, an den Verpflegungspunkten wurden 35 bis 40 Grad gemessen, sodass viele Läufer aufhören mussten. Die letzten beiden kamen irgendwann nach Zielschluss um 10.30 und nach 11 Uhr oder so … und es gab gaaanz viel Applaus und Gejohle.

Ach toll. Danke für‘ s Lesen.

Yakman

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